Als Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts sehr viele russische Studentinnen nach Zürich kamen, um hier zu studieren, taten sie dies vor allem auch wegen der liberalen Haltung der Uni Zürich ausländischen Studenten und Studentinnen gegenüber. Viele der schweizer Professoren setzten sich damals für diese Studierenden ein. Jene Professoren bekamen zwar oft zu hören, sie täten dies nur, weil sich dann ihr eigener Lohn pro Student erhöhen würde, doch waren die Professoren stets sehr zufrieden mit den Leistungen der russischen Studentinnen und nahmen sie deswegen auch gerne an der Uni auf. Kritisch eingestellt war die Bevölkerung und ein anderer Teil der Professoren dennoch, denn die russischen Studierenden nutzten ihre politische Freiheit hier in der Schweiz, um sich in ihren revolutionär gesinnten Kreisen ungestört zu versammeln und Pläne zu schmieden, was bei der schweizer Bevölkerung nicht immer gut ankam.
Aus dem Zeitungsartikel lässt sich schliessen, dass Schweizer sich heute um ihre Studiums- und Arbeitsplätze fürchten, da sie sich (‚deutscher Filz macht sich breit') von den Deutschen verdrängt fühlen. Schon früher absolvierten russische und andere ausländische Studentinnen gerne ihr Studium in Zürich, vor allem der liberalen Haltung der Uni wegen, wobei die Schweizerinnen sich dabei aber kaum von ihnen am Studienplatz verdrängt gefühlt haben dürften, da es ihnen dazumal noch gar nicht erlaubt gewesen war zu studieren.
Noch einen schönen Abend!
Annina
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